Giuseppe Verdi, Messa di Requiem
Barbara Krieger
Karina Repova
Sotiris Charalampous
René Pape
Berliner Symphoniker
Ernst-Senff-Chor
Julien Salemkour Dirigent
Berliner Dom, 7. November 2026
von Peter Sommeregger
Die bevorstehenden Tage kollektiven Trauerns, auch das vor kurzem begangene Fest Allerheiligen setzen den Ton für Musik des Totengedenkens und der Einkehr. Verdis Requiem nimmt in der sakralen Musik eine besonders prominente Stelle ein, neben der imposanten Wucht der Chöre sind es die wunderbaren Kantilenen, die der Opernkomponist Verdi dem Solistenquartett in den Mund legt, es allerdings auch mit hohen Schwierigkeitsgraden konfrontiert.
Barbara Krieger führt die Solisten an. Ihr sowohl in den hohen, als auch tiefen Registern tragfähiger und raumfüllender Sopran verbindet sich in den Duetten und Ensembles optimal mit den anderen Solostimmen. Das abschließende Libera me wird zu einer tief empfundenen, flehentlichen Bitte, die das große Ausdrucksspektrum der Sängerin unter Beweis stellt. Der vorzügliche Mezzosopran Karina Repovas mischt sich mit Kriegers Timbre optimal, auch in den Soli kann die Sängerin mit samtenen Tönen überzeugen.
Der zypriotische Tenor Sotiris Charalampous verfügt über genau jenen tenoralen Schmelz bei deutlicher Diktion, die für die herausfordernden Passagen des Tenorparts so wichtig sind. Das Ingemisco wird so zu einem der Höhepunkte der Aufführung, Charalampous trifft genau den Ton zwischen lyrischer Empfindung und veriler Strahlkraft. René Papes ausladender Bass hat nichts von seiner Dominanz verloren, mächtig dominiert er das Quartett, ist aber durchaus auch zu differenzierter Phrasierung fähig. Die so wichtige Harmonie der Stimmen ist stets gegeben.
Die große Erfahrenheit des Ernst-Senff- Chores spiegelt sich nicht nur in dessen klanglicher Ausgewogenheit, auch die Perfektion, mit der dieser anspruchsvolle Part gemeistert wird, ist meisterhaft. Das Orchester der Berliner Symphoniker bildet unter Julien Salemkours umsichtiger Leitung die Klammer, um Solisten und Chor zu einer Einheit zu schweißen.
Einmal mehr ist es diese tief inspirierte Musik Verdis, die der Trauer Ausdruck gibt, gleichzeitig aber spirituellen Trost verheißt.
Peter Sommeregger, 8. November 2026, für
klassik-begeistert.live und klassik-begeistert.at
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