Also sprach Zarathustra – ein Urknall!

Marko Letonja © Hannes von der Fecht

1. Philharmonisches Konzert

Der „Urknall“ muss noch etwas warten: Das Konzert startet mit Anton Weberns Passacaglia op. 1 mit einer Reihe sehr zarter, wenngleich nicht immer gänzlich synchron ausgeführter Pizzikatos. Flöte, Trompete und Klarinetten fügen sich ein in das zunächst noch ruhige, dann zunehmend komplexer, aufwühlender, lauter werdende Geschehen. Die insgesamt 23 Variationen des Eingangsthemas bleiben als solche mehr oder weniger gut erkennbar – am ehesten noch in den lyrischen Anteilen mit hervorleuchtenden solistischen Partien, weit weniger in den auf maximalen Tutti-Tumult setzenden Sequenzen.

Bremer Konzerthaus Die Glocke, 21. September 2026

Anton Webern   Passacaglia op. 1
William Walton  
Violinkonzert
Richard Strauss   
Also sprach Zarathustra op. 30

Frank Peter Zimmermann   Violine
Marko Letonja   
Dirigat
Die Bremer Philharmoniker

Bremer Konzerthaus Die Glocke, Großer Saal, 21. September 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

„Frank Peter Zimmermann Violine, Marko Letonja Dirigat
Bremer Konzerthaus Die Glocke, 21. September 2026“
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Mit Nombulelo Yende besitzt die Oper Frankfurt einen Diamanten im Sopranfach

Petr Sokolov und Nombulelo Yende © Xiomara Bender

Als Übernahme des Tiroler Festspiele Erl spielt die Oper Frankfurt Tschaikowskis Oper „Mazeppa“. Unter der exzellenten Leitung von Karsten Januschke begeistert ein homogenes Sängerensemble, aus dem allerdings Nombulelo Yende als Marie hervorsticht. Der Regisseur Matthew Wild inszeniert das Werk als Fehde zwischen zwei mafiösen Gruppen mit politischem Hintergrund und stellt die Frage, wieso es Populisten immer wieder gelingt, sich auf dem Rücken des einfachen Volkes ihre Machtkämpfe auszutragen.

Oper Frankfurt, 20. September 2026

Peter I. Tschaikowski (1840-1893)
MAZEPPA
Oper in drei Akten und sechs Bildern

Text von Viktor P. Burenin und Peter I. Tschaikowski nach Alexander S. Puschkin

Musikalische Leitung: Karsten Januschke

Inszenierung: Matthew Wild
Bühne & Kostüme: Herbert Muraurer

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Kinderchor der Oper Frankfurt (Leitung: Manuel Pujol)

von Jean-Nico Schambourg

„Peter I. Tschaikowski (1840-1893), Mazeppa
Oper Frankfurt, 20. September 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 22. SEPTEMBER 2026

Ewa Płonka, Luca Micheletti  © J. Berger / ORW-Liège

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DIE DIENSTAG-PRESSE – 22. SEPTEMBER 2026

Lüttich
Stefano Poda inszeniert Verdis „Macbeth“ in Lüttich als Gesamtkunstwerk
Oper als Gesamtkunstwerk, das Musik, Schauspiel, Bühnen- und Kostümkreationen und auch Tanz umfasst. Dies ist das Ziel des Regisseurs Stefano Poda. Und das Mindeste was man sagen kann über die Aufführung der Oper „Macbeth“ zur Saisoneröffnung 2026/2027 in Lüttich ist, dass es hier total gelungen ist. Stefano Poda zeichnet verantwortlich für Regie, Bühnenbild, Kostüme, Lichtregie und Choreografie, Generalmusikdirektor Giampaolo Bisanti für die musikalische Leitung. Das mordende Königspaar wird von Luca Micheletti und Ewa Płonka überzeugend gesungen und dargestellt.
Von Jean-Nico Schambourg
klassik-begeistert.live

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Daniels Anti-Klassiker 37: Wieso bei Georg Friedrich Händel die Grenzen zwischen Selbstbezug, Kontrafaktur und Kopie verschwimmen

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Manch ein kreativer Geist zeichnet sich durch Einfallsreichtum aus, durch Ideenvielfalt und prächtige Abwechslung. Verwenden solche Künstler Selbstzitate, ist das oft mit einer Bedeutung verbunden, es lassen sich dadurch sogar semantische Zusammenhänge konstruieren. Dann gibt es aber auch diejenigen, die sich auf einem Personalstil ausruhen, abschreiben, andere oder sich selbst kopieren und dabei sogar komplette Werke recyceln. Letzteres erzeugt beim Zuhören nicht nur ein Gefühl von Wiederholung, sondern auch von sich einschleifenden Strukturen. Irgendwann kann sogar der Eindruck folgen, dass einem solchen Künstler nichts Neues mehr einfällt oder es schlicht an Raffinesse fehlt. Dass von diesem Vorwurf auch Komponistengrößen nicht gefeit sind, zeigt das Beispiel von Georg Friedrich Händel.
„Daniels Anti-Klassiker 37: Georg Friedrich Händel
klassik-begeistert.live, 21. September 2026“
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Anna Lapwoods grandiose Orgel-Performance bringt das Auditorium zum Toben

Die Orgel-Queen Anna Lapwood © Hannes von der Fecht

Musikfest Bremen: Die Orgel-Queen

Lange Menschenschlangen drängen in den Bremer Dom. Die gut 1300 Plätze sind restlos ausverkauft. Und zwar – kaum zu glauben! – für ein Orgelkonzert, bei dem noch nicht mal ein einziges Werk großer Komponisten wie etwa Bach oder Liszt zu hören sein wird. Zustande gebracht hat diesen Hype eine einzige Person: die mittlerweile als Orgel-Queen titulierte 31-jährige Anna Lapwood. Drinnen ist die umtriebige, ansonsten als offizielle Organistin der Londoner Royal Albert Hall tätige Musikerin vor dem imposanten Prospekt der großen Sauer-Orgel zwar kaum auszumachen; sie weiß sich aber, nach bereits eingangs überaus begeistertem Beifall, sehr wohl in Szene zu setzen.

Hans Zimmer  Filmmusik aus „The Da Vinci Code“ und „Pirates of the Caribbean“ (arr. Lapwood)
Rachel Portman 
„Flight“
Olivia Belli  
„Limina Luminis“
Ludovico Einaudi 
„Experience“
Eugène Gigout
„Toccata“
Howard Shore 
„The Lord of the Rings Organ Symphony“ (arr. Lapwood)

Anna Lapwood   Orgel

Dom St. Petri, Bremen, 3. September 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

„Anna Lapwood, Orgel-Queen
Dom St. Petri, Bremen, 3. September 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 21. SEPTEMBER 2026

WDR-Antrittskonzert Jacquot, Philharmonie © Taimas Ahangari

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DIE MONTAG-PRESSE – 21. SEPTEMBER 2026

Köln/Philharmonie
Marie Jacquots Antritt in Köln beginnt als Ode der Feinsinnigkeit
Lange hatte man in Köln gewartet, jetzt ist es endlich so weit: Marie Jacquot (36) ist neue Chefdirigentin des WDR Sinfonieorchesters. Zur Vorgestellung der in Paris geborene Künstlerin tritt niemand Geringeres auf die Bühne, als Andrea Schafarczyk, Programmdirektorin beim WDR. Mit großer Geste kündigt sie an, Jacquot sei als Teamplayer angetreten, um „große Musik“ entstehen zu lassen. Ihr Auftrag sei es, „Menschen mit Musik zu begeistern“. Damit beginnt eine Zeitenwende in Köln, zu der man fragt: Was für Wunder, was für Höhepunkte werden unter ihr wohl kommen?
Von Daniel Janz
klassik-begeistert.live

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Zwischen den Sätzen 4:  Programmgestaltung für Nerds

Sylvain Cambreling © Marco Borrgreve

Damit Andreas Schmidt, Herausgeber von klassik-begeistert, keine bösen Zuschriften erhält: Es ist nichts verkehrt daran, sich extrem intensiv für ein spezielles Thema zu interessieren. Ebenso wenig ist es kein Problem, kopflastig oder introvertiert zu sein. Desgleichen hat sich die Bedeutung Nerd verändert: Früher abwertend gebraucht, um sich über Computerfreaks lustig zu machen, heute wertschätzend: Es ist cool, ein Nerd zu sein – schließlich ist großes Fachwissen attestiert zu bekommen, eine Auszeichnung. Auch verdrängt der Nerd den Geek, denn sein Wissen ist heute nicht zwingend auf Logik, Mathematik, Physik oder Technik beschränkt. Glenn Gould (1932–1982) zum Beispiel, kanadische Jahrhundert-Pianist, der gilt als der ultimative Klassik-Nerd.

Laeiszhalle Hamburg, 20. September 2026

Symphoniker Hamburg

Sylvain Cambreling   Dirigent
Jennifer Holloway   Sopran

Ludwig van Beethoven   Die Geschöpfe des Prometheus« op. 43 (Auszüge)
Richard Wagner   Wesendonck-Lieder (Orchesterfassung von Felix Mottl)
Hans Zender   Schumann-Phantasie


von Jörn Schmidt

„Zwischen den Sätzen 4:  Programmgestaltung für Nerds
Laeiszhalle Hamburg, 20. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 36: Julius Fučik – „Einzug der Gladiatoren“ (1899)

 

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Die Musikgeschichte ist nicht nur eine Aneinanderreihung verschiedener Genies und ihrer Produkte. Allzu oft sind es Versuche und Fehlschläge, die vielen der heute hochgeachteten Meisterwerke vorausgehen. Wie diese Kolumne schon zeigte, waren auch Komponisten, die heute (nicht immer zurecht) in den Rang unangefochtener Meister erhoben werden, nicht vor solchen Fehltritten gefeilt. Ein besonders tragischer Fall von Fehlleistung ist es aber, wenn der Nachwelt nichts Anderes als eben jenes eine Stück bekannt bleibt, das wegen seiner Machart völlig anders wirkt, als ursprünglich intendiert. Ein solches Werk haben wir hier mit dem Triumphmarsch von Julius Fučik, auch bekannt als „Einzug der Gladiatoren“.
„Daniels Anti-Klassiker 36: Julius Fučik
klassik-begeistert.live, 21. September 2026“
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Die Deutsche Oper Berlin beginnt ihre neue Intendanz im Museum der Moderne

Mittwoch © Julian Roeder

Deutsche Oper Berlin +++ PREMIERE +++ 19. September 2026

Karlheinz Stockhausen
Mittwoch aus Licht

Oper in einem Gruß, vier Szenen und einem Abschied von Karlheinz Stockhausen

Musik, Libretto, Aktionen und Gesten von
Karlheinz Stockhausen

Musikalische Leitung    Maxime Pascal

Dirigent Welt-Parlament   Jeremy Bines

Regie    Susanne Kennedy
Bühnenbild    Markus Selg

Premiere Deutsche Oper Berlin, 19. September 2026

von Peter Sommeregger

An der Deutschen Oper Berlin ist es inzwischen eine Tradition geworden, als erste Premiere einer neuen Intendanz ein Werk der Moderne zu wählen. Dietmar Schwarz begann seine Intendanz 2012 mit Helmut Lachenmanns „Mädchen mit den Schwefelhölzern“, sein Nachfolger Aviel Cahn kann mit Stockhausens „Mittwoch aus Licht“ sogar eine Deutsche Erstaufführung präsentieren. „Karlheinz Stockhausen, Mittwoch aus Licht
Deutsche Oper Berlin +++ PREMIERE +++ 19. September 2026“
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Dieser Jan Bosse-Don Giovanni ist überaus hörens-, aber weniger sehenswert

Anne Müller (Amor/Tod, Schauspielerin), Kady Evanyshyn (Zerlina), Hubert Kowalczyk (Masetto), Michèle Losier (Donna Elvira), Krzysztof Bączyk (Leporello), Andrzej Filonczyk (Don Giovanni), Omer Meir Wellber (musikalische Leitung), Elbenita Kajtazi (Donna Anna), Dovlet Nurgeldiyev (Don Ottavio), Morris Robinson (Komtur) (Foto: RW)

Mozarts Don Giovanni ist ein großartiges Werk, welches sich mit Grundfragen des menschlichen Daseins beschäftigt und auch über Jahrzehnte nicht altert. Daran können auch noch so eingreifende inszenatorische Überstülpungen nichts ändern. Deshalb ist auch die Inszenierung von Jan Bosse zu ertragen, zumal so gut gespielt und gesungen wurde wie am Samstagabend.

Don Giovanni, Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto:  Lorenzo Da Ponte
Inszenierung:  Jan Bosse, Bühne:  Stéphane Laimé, Kostüme:  Kathrin Plath
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Musikalische Leitung:  Omer Meir Wellber

Hamburgische Staatsoper, 19. September 2026

  1. Vorstellung seit der Premiere am 20. Oktober 2019

von Dr. Ralf Wegner

„Mozart, Don Giovanni
Hamburgische Staatsoper, 19. September 2026“
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