„Alla Napoletana“ sprüht vor südlicher Lebensfreude und Vitalität

„Alla Napoletana“ Christina Pluhar und L’Arpeggiata  MusikTheater an der Wien, 27. September 2026

Foto: Pluhar Christina (c) Michal Novak

An diesem so ganz besonderen Abend brillierte das Originalklang-Ensemble „L’Arpeggiata“ unter der ebenso temperamentvollen wie präzisen Stabführung von Christina Pluhar mit einer erfrischenden Palette an traditionellen neapolitanischen Kompositionen  – von der legendären Tarantella bis zu witzigen oder liebesschmachtenden Kantaten und Tänzen.

Ein überraschender, glänzender und sich nahtlos einfugender konzertanter Akzent inmitten der umjubelten Vorstellungen der so selten gespielten Barockoper „Il Calisto“

„Alla Napoletana“

Musikalische Leitung, Programm, Konzept, Arrangements Theorbe & L’Arpeggiata

Christina Pluhar

Teatrodanza : Anna Dego

MusikTheater an der Wien, 27. September 2026
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

von Dr. Charles E. Ritterband

Mit „Alla Napoletana“ entführten Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata das Publikum im Theater an der Wien in die faszinierende Klangwelt Neapels des 17. Jahrhunderts. Schon nach den ersten Takten war spürbar, dass hier historische Musik alles andere als museal präsentiert wird: Sie klingt unmittelbar, temperamentvoll und erstaunlich gegenwärtig.

Pluhars musikalische Leitung verbindet stilistische Genauigkeit mit großer Spielfreude. L’Arpeggiata musiziert mit einer Leichtigkeit und rhythmischen Beweglichkeit, die den Charakter dieser Musik wunderbar zur Geltung bringt. Zwischen zarten, innigen Momenten und ausgelassenen Tarantellen entsteht ein abwechslungsreiches musikalisches Panorama – voller Witz, Sinnlichkeit und Überraschungen.

Auch die Sängerinnen und Sänger überzeugten mit charaktervollen Stimmen und großer Ausdruckskraft. Céline Scheen, Benedetta Mazzucato, Luciana Mancini, Vincenzo Capezzuto, Alessandro Giangrande und João Fernandes machten aus den Geschichten von Liebeskummer, Eifersucht, Lebensfreude und religiöser Innigkeit kleine musikalische Szenen. Besonders reizvoll war dabei das Wechselspiel zwischen vokaler Virtuosität und der farbenreichen Instrumentalmusik.

Archivfoto: L’Arpeggiata / Christina Pluhar (c) Daniel Dittus

Die musikalische Welt Neapels erscheint in diesem Konzert als ein Ort, an dem sich Volksmusik und höfische Kunst, Komik und Melancholie, Spiritualität und überschäumende Lebenslust ganz selbstverständlich begegnen. Genau diese Vielfalt machte den Abend so besonders.

„Alla Napoletana“ war somit nicht nur eine Reise in eine vergangene Epoche, sondern ein sehr lebendiges Konzerterlebnis. Christina Pluhar und L’Arpeggiata zeigten einmal mehr, wie unmittelbar Barockmusik berühren kann, wenn sie mit Fantasie, Können und echter Leidenschaft zum Leben erweckt wird.

Schlussapplaus (Foto Ritterband)

Ein temperamentvoller, farbenprächtiger und beglückender Abend – ganz im Zeichen der neapolitanischen Lebensfreude. Standing Ovations des begeisterten Publikums an diesem einzigartigen Abend.

Dr. Charles E. Ritterband, 30. September 2026,  für
klassik-begeistert.live und klassik-begeistert.at

Francesco Cavalli: La Calisto, L’Arpeggiata / Christina Pluhar MusikTheater an der Wien, 26. September 2026

Francesco Cavalli, La Calisto, L’Arpeggiata, Christina Pluhar  MusikTheater an der Wien, 21. September 2026

Giuseppe Verdi, Stiffelio Musiktheater an der Wien, 17. Mai 2026

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