DIE DIENSTAG-PRESSE – 29. SEPTEMBER 2026

DIE DIENSTAG-PRESSE – 29. SEPTEMBER 2026

Elbphilharmonie © Thies Rätzke

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 29. SEPTEMBER 2026

Hamburg/Elbphilharmonie
Dvořák und Strauss in der Elphi: Ein bayerischer Gipfelsturm folgt auf böhmisches Heimweh
Offenbar hält nach wie vor ein Teil des „Elphi“-Publikums einen der wichtigsten Konzertsäle der Welt für so etwas wie einen erweiterten Freizeitpark. Die Ansage während des lauten Geraunes vor dem Konzert wirkt halbherzig, niemand hört mehr hin oder nimmt das ernst. Sinnvoller wäre eine neue, klare und vernehmbare Ansage nach dem Stimmen der Instrumente. Da sind alle still und können nochmal deutlich darauf hingewiesen werden, dass spätestens jetzt die Telephone ausgestellt sein müssen. So jedenfalls kann und darf es nicht weitergehen.
Von Dr. Andreas Ströbl
klassik-begeistert.live

Köln
Die Bühne als Filmstudio
Zur Wiedereröffnung der Oper Köln verlegt Marie-Ève Signeyrole Strauss’ „Der Rosenkavalier“ ins Filmstudio. Ihre Inszenierung überzeugt nur bedingt. Anlässlich der Wiedereröffnung der Kölner Oper nach geschlagenen 14 Jahren des Interims sind im frisch sanierten Haus am Offenbachplatz Film und Fernsehen omnipräsent: im Hauptfoyer das TV-Moderatorenduo und zugehörige Technik, im Saal Fernsehkameras samt branchenspezifischer Prominenz, auf der Bühne Videofilmer und Leinwände zur Präsentation der cineastischen Ergebnisse. Nur zu begreiflich, wenn sich die Marschallin unter solchen Umständen zugleich in Drehbuchautorin, Regisseurin und Hauptdarstellerin eines Streifens über das Liebesleben der Fürstin Werdenberg verwandelt. Für Regisseurin Marie-Ève Signeyrole ist „Marschallin“ in „Der Rosenkavalier“ offenbar kein Titel, sondern ein Familienname. Ungeachtet dieser Personalunion von Schlüsselpositionen droht der Multitalentierten die Kontrolle über das Projekt zu entgleiten. Denn Filmproduzent Ochs stellt Jungschauspielerin Sophie nach, schanzt ihr gar den renommierten Preis „Silberne Rose“ zu. Die Inhaltsangabe ließe sich fortsetzen bis zum finalen Entschluss der Autorin, Spielleiterin und Protagonistin, Octavian freizugeben und das Drehbuch dem Verzicht auf den Geliebten anzupassen.
concerti.de

Halbherzige Texttreue ist das Rosenkavaliersdelikt
Mit der beliebtesten Oper von Richard Strauss feiert das Kölner Opernhaus Wiedereröffnung. Durch die Verlegung in ein Filmstudio bringt die Regisseurin Marie-Ève Signeyrole das Stück um seine Bühnenwirkung.
FrankfurterAllgemeine.net

„Der Rosenkavalier“ an der Oper Köln. Der Gesang überzeugt, die Inszenierung nicht
Am Ende von Franz Werfels Erzählung „Eine blassblaue Frauenschrift“ hört Leonidas, die Hauptfigur, in der Wiener Oper eine „Rosenkavalier“-Aufführung. „Monotonie und Übertriebenheit“ teilen sich ihm mit, er schläft „unter der Kuppel dieser stets erregten Musik“, die sich „schwer über ihn stülpt“. Keine Frage, hier mochte jemand das Werk oder die Aufführung oder beides nicht – ganz gleich, ob nun die Figur oder der Autor. Hätte Leonidas die „Rosenkavalier“-Premiere besucht, mit der die sanierte Kölner Oper am Sonntagnachmittag ihren offiziellen Spielbetrieb eröffnete, wäre es mit dem Nickerchen wahrscheinlich nichts geworden. „Stets erregt“? Nun ja, dafür mag das Wunderwerk einige Anhaltspunkte bieten, aber von einer drückenden Kuppel konnte an diesem Sonntagnachmittag und -abend keine Rede sein. Andrés Orozco-Estrada am Pult ließ das Gürzenich-Orchester aus seinem Graben heraus (der jetzt endlich wieder einer ist) vielmehr bemerkenswert frische, vitale Farben auftragen.
koelner.stadtanzeiger.de

Wer ist wer? Wieder Oper in da House in Köln mit dem „Rosenkavalier“
Die Kölner Oper wurde mit einem „Rosenkavalier“ eröffnet, bei dem nicht immer klar ist, wer eigentlich wer ist.
NeueMusikzeitung/nmz.de

Wien
Wohlfühl-Abend: „Die Schöne und das Biest“ im Raimund-Theater
Das Musical residiert nach fast 30 Jahren Pause wieder im Raimund-Theater. Regisseur Matt West sorgt für einen flotten Abend mit tollen Choreografien
DerStandard.at

Saisonauftakt der Wiener Philharmoniker: Fest für exquisiten Klang (Bezahlartikel)
Die Wiener Philharmoniker mit Esa-Pekka Salonen brillierten im Musikverein mit selten gehörtem Repertoire.
Kurier.at

Graz
Furioses Höllenspektakel an der Oper Graz
Mit „La Damnation de Faust“ von Hector Berlioz bietet die Grazer Oper einen intensiven, effektvollen Saisonauftakt.
steiermark.orf.at

„Fausts Verdammnis“ in Graz: Am Pappfinger Gottes führt kein Weg vorbei (Bezahlartikel)
Berlioz’ „Dramatische Legende“ wird in Lorenzo Fioronis Regie zum anspielungsreich-ironischen Kaleidoskop. Klanglich muss man Abstriche machen, die Besetzung aber ist hörenswert.
DiePresse.com

Ein Feuerwerk zündet mit „La Damnation de Faust“
Der Oper Graz gelingt eine ebenso vielschichtige wie unterhaltsame Interpretation von Hector Berlioz’ „La Damnation de Faust“. Pavel Petrov als Faust, Nikita Ivasechko als Méphistophélès und Anna Brull als Marguerite, allesamt der Oper Graz schon lange verbunden, sind sängerisch und schauspielerisch Idealbesetzungen. Das Team unter der Regie von Lorenzo Fioroni sprüht nur so vor Ideen: modernes Operntheater vom Feinsten.
Von Petra und Dr. Guido Grass
klassik-begeistert.live

„La Damnation de Faust“ von Berlioz in Graz: Ein überfrachtetes Spektakel (Bezahlartikel)
Die überbordende Produktion gefällt als Eröffnungspremiere am Opernhaus hauptsächlich musikalisch.
Kurier.at

Innsbruck
Ein Maskenball im Schatten des Todes: Verdi-Oper wird zum Kabinett des Grauens (Bezahlartikel)
TirolerTageszeitung.de

Berlin
Staatsoper Unter den Linden: „La Vestale“ von Gaspare Spontini
radiodrei.de

So langweilig können Gewaltexzesse sein (Bezahlartikel)
Der Komponist Gaspare Spontini hat eine Wiederentdeckung verdient. Doch mit Lydia Steiers französisch-deutschem Anlauf auf die Oper „La Vestale“ geht sie gründlich daneben.
FrankfurterAllgemeine.net

Große Liebe gegen göttliches Gesetz
Mit der bulgarischen Starsopranistin in der einst durch Maria Callas geprägten Titelpartie kann die Inszenierung mit einem vokalen Trumpf wuchern. Die Regie von Lydia Steier aber bleibt mit ihren Schockbildern weit hinter der Musik zurück.
concerti.de

Des Komponisten Charisma
Die Staatsoper unter den Linden bringt „La Vestale“ von Gaspare Spontini, dem ersten Generalmusikdirektor des Hauses, auf die Bühne. Dabei schafft die Inszenierung es nicht, an die Persönlichkeit der Musik und ihres Komponisten anzuknüpfen.
DieDeutscheBuehne.de

Wenn die Bücher wieder brennen: Spontinis „La Vestale“ an der Staatsoper (Bezahkartikel)
Eröffnungspremiere der Berliner Staatsoper: Mit Gaspare Spontinis „La Vestale“ kehrt eine Prunkoper des ersten Generalmusikdirektors Unter den Linden zurück
Tagesspiegel.de

Berlin/Deutsche Oper
Berlin erteilt mit Stockhausens „Mittwoch aus Licht“ eine Lektion in Dada für Fortgeschrittene
An dieser vom Chor der Deutschen Oper Berlin und etlichen Instrumentalsolisten außerordentlich dicht musizierten und auf die Bretter gebrachten Oper scheiden sich die Geister: Enthusiasten der Elektronischen Musik, die gegen die esoterische Weltsicht von Karlheinz Stockhausen nichts einzuwenden haben, begeistern sich für den „Mittwoch“ aus dem Zyklus „Licht“. Meine junge Begleiterin schätzt die Erfahrung, dabei gewesen zu sein, erklärt die Angelegenheit aber inhaltlich kurz und bündig für „German Brainrot“. Das ist das Diktum für repetitive Videosequenzen, die sinnfreie oder für typisch deutsch geltende Episoden mit recht flachem Witz thematisieren, dabei aber durchaus angenehm selbstironisch sein können. Ältere Semester fühlen sich an dadaistische Lautgedichte erinnert. Ein Abend für Entdecker.
Von Sandra Grohmann
klassik-begeistert.live

Lübeck
Mozarts Idomeneo eröffnet Lübecker Spielzeit

Lübeck – Innenstadt: Das Musiktheater am Theater Lübeck eröffnet die Spielzeit 2026/27 mit Mozarts Oper »Idomeneo«. Premiere der Inszenierung von Philipp Himmelmann mit Tenor Michael Schade in der Titelpartie ist am 2. Oktober um 19.30 Uhr im Großen Haus.
hl-live.de

Österreich
Georg Danzers Nachlass: Das Vermächtnis des Liedermachers
(Bezahlartikel)
Pünktlich zum 80. Geburtstag des Wiener Liedermachers (1946–2007) macht die Wienbibliothek seinen Nachlass zugänglich. Man kommt ihm dort sehr nah.
Kurier.at

München
Die Dreigroschenoper – Residenztheater München
Es rollen immer die falschen Köpfe
nachtkritik.de

In der Ruhe liegt die Wirkungsmacht – Das Bayerische Staatsschauspiel mit der Dreigroschenoper (Bezahlartikel)
NeueMusikzeitung/nmz.de

Gießen
Schaurig-Schönes von Donizetti (Podcast)
Meinolf Bunsmann freut sich, dass das Stadttheater Gießen mit „Maria de Rudenz“ ein unbekanntes Werk eines bekannten Komponisten ausgegraben hat

Antwerpen
Ein Faustschlag des Weltgeistes – De Materie von Louis Andriessen in Antwerpen
NeueMusikzeitung/nmz.de

Klassik-Woche
Oper? Geschenkt! – Poesie statt Politik
Willkommen in der neuen Klassik-Woche, heute mit einem Must-Hear-Interview mit Intendant Julien Chavaz, mit einem weiteren Rücktritt von Opera Lab, mit verschenkten Tickets und unseren Aufnahme-Highlights.
backstageclassical.com

Links zu englischsprachigen Artikeln

London
Luxury War Requiem starts the new London Philharmonic season as Gardner pulls out all the stops
seenandheard-international.com

LPO/Edward Gardner review – Britten’s pacifist War Requiem lands with a bitterness and snarling irony
TheGuardian.com

New York
Metropolitan Opera 2026-27 Review: Così fan tutte
operawire.com

Metropolitan Opera 2026-27 Review: La Bohème
operawire.com

Kramer opera fails to conjure Yeats mystery effectively at Fordham
newyorkclassicalreview.com

Tenet’s “Orfeo” sounds contemporary notes in a brilliant, affecting staged-opera debut
newyorkclassicalreview.com

Cleveland
Cleveland Orchestra Reaches Three-Year Contract with Musicians
operawire.com

Boston
Concert Review: Yo-Yo Ma Elevates a Dispiriting Boston Symphony Orchestra Opening Night
artsfuse.org

Chicago
Bard from entry
Monteverdi’s L’Orfeo by Haymarket Opera and The Newberry Consort takes its audience to heaven while its title character goes to hell.
parterre.com

Sydney
Scenes from Pelléas et Mélisande (Opera Australia)
This ingenious soupçon of Debussy’s Pelléas et Mélisande has all the makings of a five-star night at the opera.
limelight-arts.com.au

Ballett / Tanz

Linz
Musiktheater Linz: Tanz zwischen Anbetung und „Kannibalismus“ (Bezahlartikel)
Zwei Choreografinnen, zwei Perspektiven, ein außergewöhnlicher Tanzabend: „Divine Matter“ entführt das Publikum in eine bildgewaltige Welt zwischen weiblicher Urkraft, Ritual und kreativer Transformation.
krone.at

Sprechtheater

Wien/Volkstheater
Predigen vor Bekehrten: Jelinek im Volkstheater (Bezahlartikel)
Jelinek zum Achtzigsten: Jan Philipp Gloger inszeniert anlässlich von Elfriede Jelineks 80. Geburtstag am Volkstheater einen Viererpack ihrer Texte. Am Ende steht die Aufforderung: Wir müssen reden. Aber mit wem?
DiePresse.com

Jelinek-Medley „Die Ankunft“ als Fingerzeig-Tetralogie im Volkstheater
Jan Philipp Gloger verbindet vier Stücke der Nobelpreisträgerin zur einer Mahnung: vor der Normalisierung rechtsradikaler Politik. Ein Abend mit Schwung und Patina
DerStandard.at

Schiltern: Erni Mangolds letzter Weg führt in die Erlebnisgärten
Kammerschauspielerin Erni Mangold wird in den Kittenberger Erlebnisgärten beigesetzt. Ihre letzte Ruhestätte hat sie selbst gewählt: den gemeinsam mit Reinhard Kittenberger gestalteten „Ruheraum im Garten“. Die Urnenbeisetzung der am 5. September 2026 verstorbenen Kammerschauspielerin Erni Mangold findet am Samstag, 17. Oktober, in Schiltern statt. Die gemeinsame Verabschiedung beginnt um 11 Uhr in der Gartenarena der Kittenberger Erlebnisgärten. Anschließend wird die Urne im Themengarten „Ruheraum im Garten“ beigesetzt.
NiederösterreichischeNachrichten.at

Rock/Pop/Schlager

Rod Stewart (81) kündigt Bühnen-Abschied an. 2027 geht er auf seine letzte Tour:
Eine echte Rock-Röhre macht Schluss! Nach mehr als sechs Jahrzehnten auf den größten Bühnen der Welt zieht Rod Stewart (81) einen Schlussstrich unter das kräftezehrende Tourleben. Seine allerletzte Konzertreise endet im Herbst 2027. Die letzte Show in Deutschland wird Stewart in Hannover spielen.
Bildzeitung.de

Nach fünf Stürzen und Koma: Ralph Siegel isst schon wieder Sushi … und mischt beim ESC 2027 mit!
Unglaublich, wie sich dieser Mann zurück ins Leben kämpft! Monatelang lag Ralph Siegel (80) im Krankenhaus, wurde ins künstliche Koma versetzt, verlor fast seine komplette Muskelkraft, stürzte in der Reha fünfmal und brach sich den Fuß! Doch BILD weiß: Die ESC-Legende ist endlich wieder zu Hause und mischt jetzt sogar beim ESC 2027 mit! Anfang August verriet Siegel BILD, dass er im Koma einen neuen Song komponiert hatte. Jetzt die Sensation!
Bildzeitung.de

Ausstellungen/Kunst

Kärntens Kunstwelt trauert um Werner Lössl
Bühnenbildner, Werbegrafiker, Modellbauer: In seinem künstlerischen Schaffen hat Werner Lössl seine Vielseitigkeit bewiesen. Dieser Tage ist Lössl mit 96 Jahren verstorben.
krone.at

Politik

Österreich
Zeiler: Jetzt sollen SPÖ-Länderchefs Machtwort sprechen. Granden-Gipfel
Die Südachse der SPÖ spricht sich für ein rasches Treffen der neun roten Landeschefs aus, um über die Zukunft der Partei zu beraten.
heute.at

Österreich
Zeiler gegen Babler. „Krone“-Chefredakteur in ZiB: „Es muss schnell gehen“
Auch am Tag 3 nach dem aufsehenerregenden Interview von Gerhard Zeiler in der „Kronen Zeitung“, in dem er ankündigte, Andreas Babler ablösen zu wollen, gehen die Wogen innerhalb der SPÖ hoch. In der „ZiB 2“ analysierte dazu der Chefredakteur der „Krone“, Klaus Herrmann, die heutigen Vorgänge bei den Sozialdemokraten.
krone.at

Operation Vivaldi
Fläche so groß wie Wien! Ukraine drängt Russen zurück
Bei Lyman hat die Ukraine russische Nachschubwege mit Drohnen blockiert und Gelände zurückgewonnen. Mehrere Ortschaften sollen befreit worden sein.
heute.at

Schweden

Schwedens Sozialdemokraten geben Regierungsauftrag zurück
Die schwedische Sozialdemokratin und Wahlsiegerin Andersson hat die Sondierungsgespräche mit den Linken für gescheitert erklärt. Hintergrund ist die Unterstützung der Linken für den konservativen Parlamentspräsidenten Norlén. Die Chefin der schwedischen Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, hat die Sondierungsgespräche ihrer Partei für gescheitert erklärt. Es gebe keine Möglichkeit zur Regierungsbildung, sagte die 59-jährige Politikerin in einer Pressekonferenz.
Tagesschau.de

Sexualisierte Bilder
Lena Schilling von KI-Deepfakes betroffen
Auf Deepfake-Websites sind 147 EU-Abgeordnete identifiziert worden, darunter auch die österreichische Politikerin Lena Schilling (Grüne). Dabei handelt es sich etwa um KI-generierte Nacktbilder. „KI verstärkt Gewalt gegen Frauen, und deshalb braucht es politische Entscheidungen, die uns schützen“, sagte Schilling am Montag.
krone.at

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Unter’m Strich

München
Kellnerin packt aus. Wie schlimm ist das Oktoberfest wirklich? (Bezahlartikel)
Verena Angermeier wurde mit ihrer Fähigkeit, 13 Maßkrüge auf einmal zu tragen, zum Internetstar. Schon mit 18 arbeitete die heute 33-Jährige am Münchner Oktoberfest, dem größten Volksfest der Welt. Im „Krone“-Interview spricht sie über den Spaß und die Schattenseiten des Jobs.
krone.at

Österreich
Warum Kreuze aus den Klassenzimmern verschwinden. Auch Politik rätselt  (Bezahlartikel)
Jetzt sind schon wieder 50 Schulkreuze weg. Der freiheitliche Welser Bürgermeister Andreas Rabl ließ in den Sommerferien überprüfen, wie es um die gesetzlich vorgeschriebenen Schulkreuze steht: In 117 der 238 Klassenräume gab es keine. Neue wurden aufgehängt. Doch der Schwund geht weiter.
krone.at

US-Midterms stehen an
Der Mann, der sich zum Donald-Trump-Kasperl macht
Die rote Krawatte sitzt, das Haar ist fesch geföhnt, die Gesten perfekt getroffen: Neil Greenfield (63) hat sich als Trump-Imitator einen Namen gemacht. Krone+ traf ihn in New York. Dort verriet er, warum ihn Donald Trump fasziniert und was er von den Midterm-Wahlen erwartet.
krone.at

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 29. SEPTEMBER 2026)

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 29. SEPTEMBER 2026)

Quelle: onlinemerker.com

KÖLN: Eröffnungsvorstellung des Opernhauses: Sehr umstrittene Inszenierung

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Magdalena Hinterdobler (Marschallin). Foto: YouTube

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Bianca Andrew (Octavian), Patrick Zielke (Ochs). Foto: YouTube

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Giulia Montanari (Sophie), Bianca Andrew (Octavian). Foto: YouTube

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Bianca Andrew (Octavian), Patrick Zielke (Ochs). Foto: YouTube

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Giulia Montanari (Sophie). Bianca Andrew (Octavian). Foto: YouTube

Köln, Strauss: Der Rosenkavalier,  Premiere 27.9.2026

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© Oper Köln/ Jung

Kurzkritik: Größer kann ein Flop nicht sein. Da warten die Kölner 14 Jahre auf die Wiedereröffnung ihres wunderbaren Opernhauses und dann wird diese Eröffnungspremiere ein halbes Desaster: und zwar leider szenisch wie musikalisch.

MARIE-ÈVE SIGNEYROLE zeichnet als Regisseurin und kommt auf die nun so oft schon abgenutzte Idee, alles an einem Filmset spielen zu lassen. Wieso, was ist der Mehrwert, darf man sich hinterher fragen. So sieht man auf der Leinwand Details, die man gar nicht sehen möchte und immer lenkt das vergrößerte Bild von den Protagonisten ab. Viel  falscher Aktionismus, oberflächliche und derbe Spielweisen und vor allem: kein Charme, keine Poesie.

Dabei gibt es einige Hoffnungen in der Besetzung, die allerdings auch nicht aus dem Kölner Ensemble stammen. Wieso setzt man eine Oper an, und bezieht nur Comprimari des eigenen Ensembles ein, anstatt ein Werk für das Ensemble zu suchen ?

MADGALENA HINTERDOBLER  muss als erste genannt werden. Musikalisch und stimmlich ist sie eine hervorragende Marschallin, der allerdings szenisch viel genommen ist. Auch BIANCA ANDREW singt einen feinen Oktavian, auch überzeugt sie als Figur –  auch ihr fehlen szenisch Möglichkeiten, gerade in der Wirtshausszene, wirklich eine komplettes Rollenportrait zu zeichnen. GIULIA MONTANARI wird leider oft übertönt und kann als zarte Sophie nur manchmal leuchten.

PATRICK ZIELKE, der in Mannheim schon ein sehr guter Ochs war, bringt alles für die Rolle mit. Aber er überzeichnet leider stimmlich wie gestisch an einigen Stellen und nimmt sich so alle Delikatesse.

CHRISTIAN MIEDL ist ein solider Faninal. DALIA SCHAECHTER gibt mit MARTIN KOCH ein stimmiges, abgefeimtes, hauseigenes Intrigantenpaar ab.

Die große Enttäuschung ist aber auch der Zugriff, den Dirigent ANDRÉS OROZCO-ESTRADA hat. Da fehlen so viele Feinheiten und Nuancen der Partitur. Das Gürzenich-Orchester spielt vorlaut und oft grob.

Sehr schade, aber vielleicht ist es wie bei der Deutschen Fussball- Nationalmannschaft an diesem Wochenende. Ein Wiederbeginn geht erstmal gründlich schief – auch gab es die letzte Woche noch viele technische Probleme. Bald kommt hoffentlich ein Umschwung, den die Stadt Köln für das Opernhaus dringend braucht.  Zu lange schon führte man ein Schattendasein im auf der anderen Rheinseite gelegenen Staatenhaus. Beim DFB wurde der Trainer ausgewechselt, aber auch das garantiert nicht unbedingt den Erfolg.

Christian Konz

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Gießen/Stadttheater. 2. Sinfoniekonzert mit Werken dreier russischer Komponisten

Das 2. Sinfoniekonzert mit dem Philharmonischen Orchester Gießen am Stadttheater Gießen findet statt am kommenden Donnerstag, 1. Oktober 2026 um 19:30 Uhr. Es dirigiert Vladimir Yaskorski, auf dem Programm stehen Werke dreier russischer Komponisten. Als Solist ist Wataru Hisasue zugegen, dem Gießener Konzertpublikum aus Gastauftritten in den vergangenen Spielzeiten bereits bestens bekannt.

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Wataru Hisasue: Yuji Ueno Klein

Das 2. Sinfoniekonzert präsentiert drei Werke voll traumhafter Sinnlichkeit: Tschaikowskis Sinfonie Nr. 1 „Winterträume“ fängt die kalte Jahreszeit in poetischen Naturbildern ein, während Gubaidulinas „Märchenpoem“ eine berührende Geschichte erzählt: Ein kleines Stück Schulkreide träumt davon, statt Wörtern und Zahlen einmal Schlösser und Gärten zu malen.
Auf diese Traumlandschaften trifft Prokofjews energetisches 3. Klavierkonzert, dem der russische Lyriker Konstantin Dmitrijewitsch Balmont folgende Zeilen widmete: „Ein jubelndes Feuer der purpurnen Blume. Die Tastatur der Träume spielt mit kleinen Lichtern, um plötzlich mit feurigen Zungen zu springen.“

Ein berührender Konzertabend, für den wir erneut den gefeierten Pianisten Wataru Hisasue auf unserer Bühne begrüßen dürfen. Hisasue, 1994 in Kyoto geboren, begann im Alter von 5 Jahren Klavier zu spielen. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der zweite Preis beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel (2025); der dritte Preis sowie ein Sonderpreis für die beste Interpretation des Auftragswerks von Pascal Dusapin beim 66. Internationalen ARD- Musikwettbewerb; zwei von der Jury vergebene Sonderpreise (der Liszt-Bartók-Preis und der Beethoven-Preis des G. Henle Verlags) beim Concours Géza Anda 2024; alle drei Preise bei den Kyoto Aoyama Music Foundation Awards; der erste Preis beim Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb 2016 sowie sowohl der erste Preis als auch der Publikumspreis beim 7. Internationalen Klavierwettbewerb von Lyon (Frankreich).
Hisasue konzertierte bereits in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien, Finnland, die Schweiz, Belgien, die Niederlande, Japan und Korea. Er wurde zu renommierten Festivals eingeladen, darunter die Audi Sommerkonzerte, die Schwetzinger SWR Festspiele, das Festival de Torroella de Montgrí und die „Première Rencontre autour du Piano“ auf Guadeloupe.
Als Solist trat er mit bedeutenden Orchestern auf, darunter das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Antwerp Symphony Orchestra, das Belgian National Orchestra, das Brussels Philharmonic, das Musikkollegium Winterthur und das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra. Zu den Dirigenten, mit denen er zusammenarbeitete, zählen Michael Francis, Mikhail Pletnev, Marc Albrecht und Kazushi Ono. Seine künstlerische Arbeit wurde durch Stipendien der Haus der  Heiwado Foundation, der Rohm Music Foundation, der Deutschen Orchesterstiftung, der Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung sowie der Carl-Bechstein-Stiftung gefördert.

Karten
Kreuzplatz 6 | 35390 Gießen Öffnungszeiten Haus der Karten:
0641 7957-60/-61 MO-FR 9:30 bis 18:00 Uhr
SA 9:30 bis 14:00 Uhr
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Schloss Atzenbrugg/NÖ: Gelacht, gestaunt und gerührt: glanzvolles Vorfinale der Schubertiaden mit vielen prominenten Gästen

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Ildikó Raimondi, Günter Haumer © Schloss Atzenbrugg

Heinz und Margit Fischer, Maresa Hörbiger, Manuel Witting, Thomas Hampson, Andrea Herberstein, Maria Rauch-Kallat und zahlreiche weitere Gäste feierten mit Ildikó Raimondi, Günter Haumer und den Philharmonia Schrammeln einen sehr österreichischen Sonntagnachmittag im Schubert Schloss Atzenbrugg.

Atzenbrugg, 27. September 2026. Musik, Wiener Schmäh und große Gefühle: Mit „Eine Landpartie auf Schuberts Spuren“ steuerten die Schubertiaden im Schubert Schloss Atzenbrugg am Sonntag auf ihr Saisonfinale zu. KS Ildikó Raimondi und Bariton Günter Haumer führten gemeinsam mit den Philharmonia Schrammeln durch einen Nachmittag, an dem viel gelacht, gestaunt – und zwischendurch auch ein wenig gerührt geschwiegen wurde.

Das ausverkaufte Konzert hatte bereits im Vorfeld für großes Interesse gesorgt. Grande Dame Elisabeth Gürtler hatte ihren Freundeskreis nach Atzenbrugg geladen, zugleich präsentierte das renommierte Bankhaus Spängler den Abend anlässlich des 30-jährigen Bestehens seiner Wiener Niederlassung. So trafen Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft im Schubert Schloss aufeinander.

Wiener Schmäh trifft Schuberts Finanzwelt

Dass ein Schubert-Nachmittag keineswegs nur getragen sein muss, bewiesen Raimondi und Haumer spätestens mit ihren humorvollen Betrachtungen über das menschliche Verhältnis zum lieben Geld. Beim klassischen Altwiener Couplet „Mir is’s alles an’s“ aus den Kremser Alben wurde das traditionelle Spiel mit denen, die Geld haben – und jenen, die keines haben – kurzerhand in die Gegenwart geholt: „Wer a Geld hat, kann in Aktien spar’n, und wer kans hat, der hat kans verlor’n“ – oder, passend zum Nachmittag: „Wer a Geld hat, sitzt im Publikum, und wer kans hat, steht auf da Bühne rum.“

Berührendere Töne schlug Raimondi mit „Das ist der Herr von Schubert“ an, einer Altwiener Walzeridylle zu Ehren Franz Schuberts. Und als die Philharmonia Schrammeln schließlich Johann Strauß’ „An der schönen blauen Donau“, op. 314, in der Bearbeitung von Heinz Hromada anstimmten, schien das kleine Ensemble klanglich um ein Vielfaches zu wachsen: Fast konnte man meinen, ein ganzes Orchester sei in Atzenbrugg versammelt.

Der Drache tanzt zu Schubert und ein Bussi für Raimondi

Für einen jener Momente, die sich nicht inszenieren lassen, sorgte schließlich das Leben selbst. Während Schuberts „Deutsche Tänze“erklangen, entdeckte Bundespräsident a.D. Heinz Fischer durch eines der Schlossfenster einen Drachen, der am Horizont in den rosaroten Abendhimmel stieg. Ein kleines, stilles Bild – und für einige Augenblicke die perfekte Begleitung zur Musik. Emotional wurde es auch zwischen Fischer und Ildikó Raimondi: Als die Kammersängerin an ihre Ernennung zur Österreichischen Kammersängerin durch seine Hand erinnerte und sich bei dem ehemaligen Bundespräsidenten bedankte, stand Fischer spontan auf und umarmte sie. Raimondi war an diesem Nachmittag nicht nur Sängerin und Gastgeberin. Sie führte die Gäste persönlich durch Schloss und Museum und unterhielt sie mit launigen Anekdoten über ihren Lieblingskomponisten Franz Schubert, dessen Leben und Musik sie seit vielen Jahren begleiten.

Prominente Gäste im Schubert Schloss

Unter den Gästen waren Bundespräsident a.D. Heinz Fischer und seine Frau Margit Fischer, die frühere Bundesministerin Maria Rauch-Kallat sowie John-Harris-Geschäftsführer Ernst Minar und die Atzenbrugger Bürgermeisterin Beate Jilch. Schauspielerin und Kammerschauspielerin Maresa Hörbiger kam gemeinsam mit ihrem Sohn, Schauspieler Manuel Witting, nach Atzenbrugg. Für eine Überraschung in letzter Minute sorgte der international gefeierte US-amerikanische Bariton und Kammersänger Thomas Hampson, der eigens aus Deutschland anreiste und gemeinsam mit seiner Frau Andrea Herberstein das Vorfinale besuchte. Ebenfalls unter den Gästen: Gastgeberin Elisabeth Gürtler sowie Vertreter der Familie Spängler und des Bankhauses Spängler.

Bankhaus Spängler: Im Todesjahr Schuberts gegründet

Eine besondere historische Verbindung zum Protagonisten des Nachmittags lieferte auch das Bankhaus selbst: 1828 – in jenem Jahr, in dem Franz Schubert starb – wurde es gegründet. In Wien, dem dieser Nachmittag musikalisch gewidmet war, gab es an diesem Nachmittag einen zusätzlichen Grund zu feiern: Vor genau 30 Jahren, 1996, eröffnete das Bankhaus Spängler seine Niederlassung im historischen Churhaus am Stephansplatz. Heute betreuen dort 22 Mitarbeiter ein Kundenvolumen von mehr als 1,9 Milliarden Euro. Was 1996 als zweiter Standort außerhalb Salzburgs begann, hat sich damit zu einem wichtigen Standbein des Bankhauses entwickelt. Und so bot ausgerechnet eine Schubertiade den passenden Rahmen für das Jubiläum:  keine Bilanzen und Vermögensaufstellungen, sondern Schubert, Schrammeln und Wiener Lebensart – sehr zur Freude von Bankier KR Heinrich Spängler, Aktionär und Aufsichtsrat des Bankhaus Spängler, und Ehefrau Eva, sowie Dr. Raphael Hartl, MBA, und Mag. Jakob Matuschka-Gablenz, CFA, Regionalleiter Wien des Bankhaus Spängler.

Empfang bei Elisabeth Gürtler – und das Finale steht noch bevor

Nach dem Konzert war der Nachmittag noch lange nicht zu Ende: Elisabeth Gürtler lud Künstler und ausgewählte Gäste zum traditionellen Empfang in ihre benachbarte Aumühle, wo bei Speis und Trank weitergefeiert wurde. Ganz zu Ende ist die Schubertiaden-Saison damit allerdings noch nicht: Am 4. Oktober folgt im Schubert Schloss Atzenbrugg das letzte Konzert der Saison. Unter dem Titel „Orgel trifft Volksmusik“ ist der Familiengesang Knöpfl zu Gast. Das Konzert findet in Kooperation mit der Volkskultur Niederösterreich statt und setzt den musikalischen Schlusspunkt unter die Schubertiaden 2026.

Saisonfinale der Schubertiaden 2026
„Orgel trifft Volksmusik“ – Familiengesang Knöpfl
4. Oktober 2026
Schubert Schloss Atzenbrugg
Karten und Informationen: schubertschloss
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ZÜRICH/Opernhaus: LA RONDINE von Giacomo Puccini – Raritätenerfolg mit Bernheim und Jaho. 27.9.2026

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Gatell, Bernheim, Hamaoui, Armiliato. Foto: Lukas Link

Puccinis selten gespielte Oper LA RONDINE wurde ursprünglich als Auftragswerk für das Wiener Carltheater komponiert. Es ist jedoch ein Irrglaube, zu meinen, Puccini hätte die Absicht gehabt eine Operette zu schreiben. „Eine Operette, das kommt für mich nicht in Frage!“ soll Puccini seinerzeit geäußert haben. Und eine Operette ist somit auch nicht aus „Die Schwalbe“ geworden, deren Libretto von Alfred Maria Willner und Heinz Reichert verfasst wurde, die auch schon für Johann Strauss, Franz Lehár oder Leo Fall getextet haben.

Puccini erkannte zudem, dass die große Zeit der Operette sich ohnehin ihrem Ende zugewandt hat. So wurde aus LA RONDINE eben keine Operette, sondern durch und durch eine lyrische Oper. Aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs und des damit verbundenen Niedergangs sowohl der Monarchie als auch der Wiener Operettenseligkeit kam es nicht mehr zu einer Weltpremiere in Wien. Die Uraufführung erfolgte stattdessen 1917 in Monte Carlo. Dass das Werk allerdings bis heute nicht seinen Weg auf den Spielplan der Wiener Staatsoper gefunden hat, ist bedauerlich und eigentlich schon beschämend. Auch an der Oper in Zürich dauerte es 106 Jahre und bis 2023 bis die Puccini-Oper dort ihre Erstaufführung erlebte und ein Triumph in jeder Hinsicht wurde. Nun kam es zur ersten Wiederaufnahme und dabei griff Zürich auf seine phänomenale Premierenbesetzung mit Ermonela Jaho und Benjamin Bernheim zurück.

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Bernheim, Hamaoui. Foto: Lukas Link

LA RONDINE handelt von Magda, die von einem reichen Liebhaber finanziert wird und ein Leben führen kann, von dem viele nur träumen können. Glücklich ist sie nicht, denn ihr Leben ist langweilig geworden. Sie denkt an glücklichere Zeiten zurück als sie als junges Mädchen eine Liebesgeschichte mit einem Studenten erlebte. Sie sehnt sich nach dieser Zeit zurück. Sie sehnt sich nach der großen Liebe. Und plötzlich steht der junge Ruggero, der Sohn eines Geschäftspartners ihres reichen Liebhabers, vor ihr. Es trifft sie beide wie ein Blitz und eine große Liebe nimmt ihren Anfang, eine Liebe die sie beide im finalen Akt in ein gemeinsames Domizil nach Nizza führt. Doch aus den Heiratsplänen die der schwärmerische Ruggero dort schmiedet kann nichts werden, nachdem die mit sich kämpfende Magda Ruggero gestehen muss, sich Männern verkauft zu haben und sie von Ruggeros Familie niemals als standesgemäß betrachtet werden würde.

Die Inszenierung von Christof Loy ist äußerst geschmackvoll. Von der Kaiserzeit verlegte der Regisseur die Geschichte in die 1950er-Jahre – eine Zeit die Loy als passenden Rahmen betrachtet, in der ein junger unerfahrener Mann auf eine Frau mit großer erotischer Erfahrung trifft. Feinfühlig und detailliert lässt Loy die Charaktere in ästhetischen Bühnenbildern agieren. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine gekonnte Personenregie aus, jeder Blick und jede Regung ist durchdacht und findet in der Musik ihr Pendant.

Puccinis Musik für LA RONDINE weist sich durch eine geradezu schwebende Tonalität aus und offenbart eine Instrumentation die immer wieder an Debussy oder auch an Richard Strauss erinnert.

Der Komponist hat sich weitgehend vom typischen Arien- und Duettkonstrukt losgelöst und neigt zu einer stark durchkomponierten Form. Dennoch hat Puccini dem Hauptpaar melodien- und substanzreiche Solostellen komponiert und vor allem das dramatische Schlussduett ist packend und leidenschaftlich wie man es vom Komponisten eben kennt. Puccini at his best.

Marco Armiliato badet förmlich in der klangreichen Partitur und setzt zusammen mit der Philharmonia Zürich starke Akzente. Was dabei herauskommt ist einerseits feinsinnig und fragil, dann wieder reichhaltig und luxuriös, und bietet die ganze Bandbreite des Puccini-Kosmos.

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Bernheim, Jaho. Foto: Lukas Link

Der Sopran von Ermonela Jaho ist eher von herbem Klang, wenngleich die albanische Sängerin es versteht ihre Stimme im Piano berückend zurückzunehmen und auszuformen. Davon zeugt gleich zu Beginn der Aufführung die bekannteste Nummer der Oper – Chi il bel sogno di Doretta. Jaho lässt Töne an- und abschwellen und in den dramatischen Momenten lässt sie ihrem Sopran leidenschaftlichen Lauf.

Von besonderer Ausdruckskraft ist auch ihr eindringlich vorgetragener Monolog im ersten Akt, als Magda über längst vergangene Tage sinniert. Da werden Parallelen zum Rosenkavalier erkennbar.

Benjamin Bernheim verleiht dem Ruggero seine prächtige Tenorstimme. Seine herausragenden stimmlichen Qualitäten kann der französische Startenor nicht nur in seinen betörenden Solomomenten, sondern auch in den dramatischen Ausbrüchen des letzten Bildes zu Gehör bringen, in welchen Bernheim auch schon ganz schön Metall in der Stimme vorweisen kann. Der dritte Akt wird in dieser Produktion gleich zu Beginn mit dem Puccini-Lied Morire erweitert, welches der Komponist in einer zweiten Rondine-Fassung übrigens in den ersten Akt verfrachtet hat. So hat Bernheim zum einen eine weitere Gelegenheit sein traumhaft schönes Timbre herauszustellen, zudem macht das Lied mit seiner Nachdenklichkeit an diesem Punkt durchaus viel Sinn. Als Figur zeichnet Bernheim eine deutliche Entwicklung nach. Während Ruggero in den ersten beiden Akten noch viel an Unerfahrenheit demonstriert (wie herrlich süß verlegen er auf die Avancen der anwesenden und an ihm interessierten Damen reagiert), ist er zum Finale hin ein deutlich gereifter junger Mann, der letztendlich schweren Herzens erkennen muss, warum seine Beziehung mit Magda in dieser Welt keine Zukunft haben kann.

Vladimir Stoyanov hat in der kleinen Rolle des Rambaldo nicht viel zu tun, und ist in jeder Hinsicht farblos. So sehr, dass man unweigerlich zur Erkenntnis kommen muss, dass es ausschließlich nur das Geld sein kann, das Magda an diesem Mann interessiert.

Als Buffo-Paar und Gegenstück zum dramatischen Protagonistenpaar treten Lisette, das Hausmädchen Magdas, und der sie umwerbende Dichter Prunier, in Erscheinung. Sandra Hamaoui gibt die quirlige Lisette mit charmantem Sopran voller Verspieltheit, eine Art Adele wie man sie aus der Fledermaus kennt. Der Prunier des Juan Francisco Gatell erklingt mit etwas abgedunkeltem Tenortimbre, die Stellen im Parlando meistert er vorzüglich. Wenn man so will könnte man in diesen beiden Figuren durchaus ein Überbleibsel aus dem Konstrukt der Operette erkennen.

Doch wenn Magda, Ruggero, Lisette und Prunier gemeinsam mit dem restlichen Ensemble Bevo al tuo fresco sorriso singen, wird einem bewusst, dass kein Operettenkomponist der Welt eine so gewaltige opernhafte Nummer hätte komponieren können. Das ist Oper und Puccini vom Feinsten. Nach dieser Szene gibt es heftigen Applaus und Bravo-Rufe vom Zürcher Publikum.

Auch das restliche und umfangreiche Ensemble dieser Oper trägt zum großen Erfolg der Aufführung bei.

Großer Jubel zum Ausklang der Vorstellung.

Und als am Ende der Geschichte Ruggero am Boden zerstört von dannen zieht und Magda schließlich alleine auf der Bühne steht, lässt sie einen großen Seufzer hören. Was bedeutet dieser? Erleichterung? Sicher nicht. Verbitterung? Schon eher. Traurigkeit? Bestimmt. Verzweiflung? Ganz sicher.

Lukas Link

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Brno / Janáček Theater: “MASKA”. – 25.9. 1026 (Uraufführung)

Poesievoll-sensibler Tanzabend 

Mit „Maska“ hat artistic director Mário Radačovský für die Herbstballettpremiere von Národni divadlo Brno (NdB) Ballet einen feinen, poesievoll-sensiblen Tanzabend geschaffen. Die Uraufführung von diesem Werk bildet damit den choreografischen Schlusspunkt, den er zum Abschluss seiner Wirkungszeit in Brno für seine Ballett Compagnie geschaffen hat. Standen in früheren Werken oftmals historische Persönlichkeiten im Mittelpunkt seiner Kreationen wie zuletzt Coco Chanel, beschäftigte er sich auch oft mit anderen Herangehensweisen an Handlungsballette oder auch mit der Umsetzung abstrakter Themen.

Mit diesem abendfüllenden Ballett in 2 Teilen mit einer Pause hat sich Mário Radačovský bewusst einem Thema gewidmet, das in der Gesellschaft aktuelle Bedeutung hat, versteckt man sich doch gern hinter einer Maske, oft aus scheinbarem Erfordernis, um sich besser darzustellen oder zur Abgrenzung vor gesellschaftlichem Druck und Zwang. Mário Radačovský geht es in seinen Überlegungen darum, die Verletzlichkeit der Menschen darzustellen, es geht um den Kampf gegen die Außenwelt und um die innere Furcht, wenn man es sich erlaubt, vor dem anderen die Maske, die Selbstschutz bedeutet, abzunehmen, um sich dem anderen in aller Verwundbarkeit zu öffnen. In einer ineinander fließenden Abfolge von Szenen, die ohne Handlung, aber mit viel emotionalem Gehalt gefüllt sind, entlarvt er die menschliche Natur, geht von belangloser Oberflächlichkeit in die seelische Tiefe zwischenmenschlichen Daseins und Handelns: das Abnehmen der Maske geht unter die Haut, die gezeigte Vulnerabilität berührt die Zusehenden. In dynamischen wie elegischen Bewegungsabfolgen des Ensembles bzw. der Hauptpersonen nutzt er neoklassischen Stil, verwoben mit Bodenelementen; wirkungsvolle Effekte erzielt er mit den weißen Masken, die vor dem Gesicht als auch am Hinterkopf getragen werden. Besonders feinfühlig und eindrucksvoll gestaltete er die vielen Pas de deux und den Pas de trois.

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João Gomez (Maskengeist) (© Pavel Hejný)

Den passenden musikalischen Klangteppich hat Mário Radačovský in Kompositionen von Frédéric Chopin und Franz Liszt gefunden, indem er die Kraft der Musik für die emotionale Botschaft nutzt, die der Tanz darstellt – Musik und tänzerische Umsetzung verschmelzen in einer einzigartigen Symbiose. Zu hören sind u.a. Chopins Klavierkonzert Nr. 1 in e-moll op. 11 (Romance) und das Klavierkonzert Nr. 2 in f- moll op. 21 (Larghetto), weiters Scherzo Nr. 2 in b-moll, op. 31, Fantaisie-Impromptu cis-moll, op. 66, Nocturne Des-Dur, op. 27, Nocturne c-moll, op. 48 und Nocturne in e-moll, op. 72. Von Liszt werden Stücke wie Consolation Nr. 3 in Des-Dur, Liebestraum Nr. 3 As-Dur, La Campanella in gis-moll, Ungarische Rhapsodie Nr. 2 in cis-moll und Harmonies du Soir in Des-Dur gespielt.

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Arthur Abram (Mann ohne Maske), João Gomez (Maskengeist) und Shoma Ogasawara (Mann mit Maske); im Hintergrund Ivo Kahánek am Flügel (© Pavel Hejný)

Mário Radačovský konnte den berühmten tschechischen Klaviervirtuosen Ivo Kahánek für diese Produktion gewinnen, der bereits mehrfach mit dem Ballett des Nationaltheaters Brno zusammengearbeitet hat. Gemeinsam mit Ivo Kahánek und seinem perlenden Spiel am Flügel wirkt das Janáček Quartett hier mit – Jiří Pospíchal (1. Violine), Richard Kružík (2. Violine), Jan Řezníček (Viola) und Lukáš Polák (Cello) zaubern in den Konzertphasen herrlichen Streicherklang.

Für die Ausstattung arbeitete Mário Radačovský erneut mit einem bewährten Team: das Set Design stammt von Marek Hollý, die Kostüme hat Alexandra Grusková designt.

Virtuos zeigen sich alle Ensemblemitglieder, im dynamisch-impulsiven Tanz wirkt die Gruppe in unterschiedlichen Formationen sehr stark. Allen voran überzeugt João Gomez, der als Maskengeist mit viel Präsenz die Riege der Hauptpersonen anführt. Beschwörend und einfühlsam, bestimmend und energisch ist er die zentrale Figur. Bestechend und einander ebenbürtig im intensiven Ausdruck und im souveränen Tanz waren Shoma Ogasawara als Mann mit Maske und Arthur Abram als Mann ohne Maske. Se Hyun An gefällt als erste Frau ebenso wie Gloria Benaglia als zweite Frau mit Präzision und Technik wie Ausdruckskraft.

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Das energievoll tanzende Damenensemble © Pavel Hejný

Eine eindrucksvolle Leistung des Ballett Brno, das hier demonstrierte, wie Mário Radačovský die Tänzerinnen und Tänzer über die Jahre geformt hat und sie zu einer harmonischen stilvollen Einheit zusammenfügte. Das hohe Prestige der Compagnie zeigt sich auch darin, dass das Ballett Brno fünf Tage nach diesem Weltpremieren-Abend nach Thailand aufbricht, um beim Bangkok International Festival of Dance and Music aufzutreten.

Der Ballettabend endet mit Standing Ovation, lang anhaltendem Beifall und viel Begeisterung im Publikum.

Ira Werbowsky
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Liebe Freunde,
das Theater Center Forum startet in die neue Saison!- Raus aus dem Alltag – rein ins Theater

Mit großer Freude und Spielleidenschaft präsentiert Ihnen das TCF eine Auswahl, die Sie in die Wunderwelt des Theaters entführen wird.

LG Christian 

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Eine Hommage an Reinhard Mey

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Reservierungen sind Montag bis Sonntag (rund um die Uhr –  ) unter möglich !

Für alle anderen Termine, die ich nicht anbiete, können Sie Ihre Karten auch direkt im jeweiligen Theater kaufen, allerdings werden diese nicht vergünstigt abgegeben!

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